Der “Mourinho” des TVL über seinen Einstand…

Nachdem sich das Herren 1 lange Zeit mehr oder weniger selbst trainierte (also quasi eine Selbsthilfegruppe war), ist seit dieser Saison schluss mit der Doppelbelastung Spieler und Trainer (Didier, Arto und André übernahmen diesen Job in erster Linie). Mit Gigi als Trainer können wir Spieler uns nun ums Wesentliche kümmern. Im Interview berichtet Gigi über seinen Gefühlszustand vor und nach dem ersten H1-Match, seine Volleyphilosophie und er lüftet erst noch sein grosses Geheimnis: Wie er eigentlich zum “Gigi” wurde…
Hey Gigi, wieso sagt man dir eigentlich Gigi?
Das stammt – wohl unschwer zu erraten – aus der Primarschulzeit: Kaum war aus dem Christian ein „Chrigi“ geworden, wurde die Gelegenheit ergriffen, daraus einen Spitznamen zu machen, mit dem ich sehr einfach aufgezogen werden konnte. Nach ca. einem halben Jahr kam ich somit zu meiner ersten Lektion in Sachen mentaler Stärke: „Wenn du dich nicht von anderen ärgern lassen willst, ärgere dich einfach nicht.“
Wie hast du dein erstes Spiel als NLB-Coach (und Trainer) emotional erlebt? Warst du nervös?
Ja, auf jeden Fall. Es war ähnlich wie in meinem “Nati-B-Aushilfs-Coaching-Debut” gegen Einsiedeln vor 2 Jahren. Schon 2, 3 Tage vor dem Spiel habe ich sehr häufig an das gedacht, was mich wohl erwarten würde und wie ich darauf reagieren sollte. Die Nervosität war dann aber weg, sobald ich die ersten Spieler traf und die Anreise nach Andwil mit ihnen in Angriff nahm. Ab dann war ich nur noch positiv gespannt auf das, was wir an diesem Tag zusammen auf die Beine kriegen würden. Damit hatte es sich dann aber auch bereits mit den Parallelen zum Spiel gegen Einsiedeln. Denn was sich damals etwas überraschend als Selbstläufer entpuppte, entwickelte sich diesmal zu einem harten 5-Sätzer. Was ich dabei emotional erlebte, lässt sich als das übliche Coach-Innenleben während einem Spiel beschreiben, in dem man den ersten Satz knapp – wenn auch selbstverschuldet – verliert, im 2. Satz dann irgendwie intuitiv folgerichtig abbaut, anstatt das Quänntchen zu zulegen, das fehlte, anschliessend scheinbar völlig unverhältnismässig 2 Sätze lang über den Gegner drüberrollt, bis das Spiel dann nach all seinen Höhen und Tiefen endlich in einem Tiebreak gipfelt, wo am Schluss 2 läppische Punkte darüber entscheiden, ob du voller Stolz oder Frust die Halle verlassen wirst und ob du entweder zufrieden 3 Stunden lang nach Mürren fahren kannst, oder dir noch 3 Tage lang überlegst, wo du überall die 2 läppischen Punkte hättest rausholen können. Einfach lächerlich, was so 2 Punkte manchmal bewirken können. Aber zum Glück nur kurzfristig. Mit etwas Abstand gelang es uns dann allen, die vielen positiven Aspekte des Spiels gegen Andwil zu würdigen. Und mit den Spielen vom vergangenen Wochenende konnten wir auch bereits alle potentiell aufkeimenden Traumata wie etwa “die ersten 1,2 Sätze kamen wir schon letzte Saison nie so recht ins Spiel” oder “ausgerechnet die Big Points geben wir ab” den verdienten Riegel vorschieben und ich bin zuversichtlich, dass wir – wenn wir die nächsten 1 1/2 Wochen gut arbeiten, im Spiel vom übernächsten Samstag gegen Zürich Unterland bereits das nächste Pfund drauf legen können.
War es schon immer ein Ziel von dir, mal das Herren 1 / eine NLB-Mannschaft zu trainieren?
Eigentlich konnte ich mir das nie so recht vorstellen. Auf hohem Niveau sieht mein eigentlich fast ausschliesslich Trainer, die selbst als Spieler schon mal guten Volleyball gespielt haben. Ich selbst hatte in meinen besten Zeiten vielleicht oberes 3.-Liga-Niveau. Die fehlende Erfahrung als Spieler auf diesem Niveau, versuche ich nun mit guter Vorbereitung und viel Arbeit wett zu machen und – allem voran – in dem ich die richtigen Dinge von den richtigen Personen lerne.
Wie hast du unsere Vorbereitungsphase erlebt?
Ich bin sehr zufrieden, wie gearbeitet wurde. Der Austausch zwischen den Spielern und mir, der bei mir besonders in dieser Saison hohe Priorität geniesst, verlief fast durchgehend zufriedenstellend: Das Team verstand es stets, die Inputs meinerseits bestmöglich umzusetzen und gleichzeitig mit produktivem Feedback an geeigneten Stellen mein eigenes Verständnis vom Volleyball zu bereichern.
Als etwas belastend erlebte ich die Spielersituation, solange noch nicht klar war, wer nun wirklich bei uns spielt und wie die Positionen zu besetzen sind. Aber ab dem Zeitpunkt, als das neue System dann auf dem Tisch lag und sämtliche Spielerfragen geklärt waren, wurde Vieles einfacher und es konnte ab dort dann auch sehr gezielt gearbeitet werden.
Was erhoffst du dir von der Saison?
Ich erhoffe mir, mit einer noch zu verbessernden Planung und weiterhin fleissigem Arbeiten in den Trainings und an den Spielen, die entscheidenden Fortschritte mit dem Team machen zu können, so dass wir bald auf eine Form kommen, in der wir es mit jedem Gegner unserer Gruppe gut aufnehmen können.
Des weiteren gilt es, den Nachwuchs einen Schritt weiter zu bringen, so dass das Team in den nächsten 1-2 Jahren weiter verjüngt und dessen Zukunft gesichert werden kann.
Zu guter letzt erhoffe ich mir eine Menge erfolgreicher oder zumindest spannender Wettkämpfe und dass wir uns unserem Heimpublikum stets von der besten Seite zeigen können.
13.10.2009 um 19:55
Das Mourinho-Bild bleibt übrigens so lange, bis ich ein anderes von Gigi erhalte. Hab nirgends eins gefunden, sorry!
15.10.2009 um 23:20
Zum Glück hab ich übrigens “Mourinho des TVL” und nicht “Maradona des TVL” genommen –> Gianni, war das dein Post?
http://www.blick.ch/sport/fussball/ihr-koennt-mir-alle-einen-blasen-130938
mein gott….
20.10.2009 um 15:12
Der ist eben noch nicht abgehoben, wie andere in diesem Business…
Diegito: uno de nosotros!