Interview mit Gaba
Wie bringst Du Hallen- und Beachsaison aneinander vorbei?
Eigentlich ganz gut, da sich die beiden Kalender bis jetzt noch nicht gross überschnitten haben, jedoch ist es wohl eine Frage der Zeit, dass dies nicht mehr geht im Beach wie auch in der Halle in einem Topverein zu spielen bzw. die Saison als Profi zu bestreiten.
Bis anhin war meine Beachsaison im September zu ende und dann ging ich praktisch übergangslos in die Halle. Physisch war ich ja jeweils durchs Beachen bereits auf einem guten Level, so fand ich den tritt ins Hallenvolleyball jeweils ziemlich rasch, zumal wir ja täglich trainieren konnten. Ende Hallensaison sah der Plan so aus, dass ich auch mehr oder weniger übergangslos zum Beachvolleyball wechselte, indem wir in ein Trainingslager gingen. z.b nach Rio für einen Monat, da haben wir gute Bedingungen und auch genug Zeit uns wieder an den Sand zu gewöhnen.
Jedoch muss man dazu sagen, dass die Belastung sehr, sehr gross ist, vor allem auch im Kopf, da man praktisch nie wirklich eine pause vom Volleyball hat, deshalb denke ich, dass ich in Zukunft meine Aufmerksamkeit mehr noch dem Beachen widmen werde und in der Halle kürzer trete.
Was arbeitest Du neben dem Volleyball und wie viel?
Im Sommer arbeite ich nicht, da es im Beachvolleyball nicht möglich ist regelmässig zu arbeiten. Der Turnierkalender ist sehr variabel und kann oft auch kurzfristig noch ändern. Wenn man auf die World Tour und CEV Tour geht, dann ist man auch sehr viel am reisen und verbringt sozusagen seine freien Tage damit, dass man von einem ort zum anderen gelangt. Es ist sehr schwierig einen Job zu finden, indem man wochenweise mitteilen könnte, wann man gedenke zur Arbeit zu kommen und es macht auch nicht sehr viel Sinn.
In der halle ist es möglich und ich habe auch jedes Jahr ein wenig gearbeitet. In dieser Saison sah es ein wenig anders aus, da ich das volle Trainingsprogramm mitmachen wollte. Deshalb lebte ich auch in der Halle als Vollpfrofi.
Warum ist es Dir und dem MTV Näfels in dieser Saison nicht gelungen den Meisterschafts- und Cuptitel zu verteidigen?
Wir waren spielerisch weniger stark als die letzten Jahre und schafften es in dieser Saison nie, wirklich eine Einheit zu sein, so wie ihr es seid in lunki
. So patzerten wir eben in den wichtigen Momenten immer wieder und verloren eben diese Spiele, welche wir in anderen Jahren gewonnen haben, auch wenn diese oft sehr knapp ausfielen. Zudem muss man sagen, dass Chenois in diesem Jahr klar die stärkste Mannschaft ist und sich das Double verdient
Welche Vorbereitungen hast Du mit Deinem Beachpartner David Wenger, für die neue Beachsaison bereits absolviert?
Da ich in der Halle noch engagiert bin, habe ich in sportlicher Hinsicht noch keine Vorbereitungen absolviert fürs Beachen. David jedoch verbrachte bereits 2 Monate in Australien und Neuseeland und ist nun auch in der Schweiz 2mal pro Woche im Sand am trainieren. Unsere gemeinsame Vorbereitung absolvieren wir zusammen im April in Rio.
Was sind eure Ziele für die kommende Beachsaison?
Wir wollen sicherlich klar die Nummer 5 der Schweiz halten und näher zu den vorderen Teams aufschliessen. Die Coopbeachtour haben wir noch nicht gewonnen und werden dieses Ziel sicherlich anstreben. Doch der Schwerpunkt liegt international. Wir wollen an den World Tour Turnieren so oft als möglich teilnehmen und versuchen die Qualifikation zu überstehen. die europäische Tour wird auch immer professioneller und umfasst diese Saison bereits 6 Turniere, wo wiederum eine Möglichkeit besteht international zu spielen. Wenn wir unsere langfristigen Ziele erreichen möchten, dann ist der Zeitpunkt gekommen, um einen Schritt weiterzugehen, sprich die internationalen Turniere in Angriff zu nehmen. Selbstverständlich spielt da der finanzielle Faktor auch immer eine rolle, wenn dieser nicht stimmt, dann wird’s natürlich umso schwieriger international zu spielen.
Ist der Schweizermeistertitel dieses Jahr fällig?
Ich glaube wir hatten letztes Jahr mit der Silbermedaille an der SM einen riesen Erfolg, der sehr schwer zu übertreffen sein wird in diesem Jahr. In dieser Woche spielten wir zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort unser bestes Beachvolleyball. Doch selbstverständlich bleibt der Schweizermeistertitel ein grosses Ziel von mir.
Wann sieht man Philip Gabathuler wieder im Lunki-Dress?
Didier Perret antwortete einmal auf dieselbe Frage: „Auf diesen Tag freue ich mich…!“ das trifft sicherlich auch auf meine Person zu, denn in diesem Verein kam ich zum Volleyball und dieser Verein hat auch eine grosse Entwicklung vollbracht im positiven Sinn. Selbstverständlich habe ich manchmal diese Gedanken, wenn ich die Lunkis spielen sehe oder halt eben von ihnen lese, wie es wohl sein würde, wieder selbst für diesen Verein zu spielen. Ich werde heute keine Prognose abgeben, aber wer weiss vielleicht früher als man denkt!!!