Interview mit Philip Gabathuler

Wir haben Philip Gabathuler zum Wechsel vom Sand in die Halle befragt:

Ihr wart seit mehr als 2 Jahren als Team unterwegs und kennt euch seit vielen Jahren. Wie schwer ist euch der Entscheid zur Trennung gefallen?

Ende Saison waren wir uns eigentlich beide einig, dass wir nicht mehr zusammen weiterspielen. Der Saisonverlauf war leider zu enttäuschend verlaufen, sodass wir am Ende den Glauben an die sportliche Entwicklung als Team verloren haben. Das hochgesteckte Ziel London 2012 schien nicht mehr realistisch genug, deshalb zogen wir die Konsequenzen daraus.
Es war jedoch keine Entscheidung von heute auf morgen. Wir haben die ganze Saison viele Gespräche geführt und analysiert zusammen mit unserem Coach.

Die Saison verlief nicht nach Wunsch. Wann kamen die ersten Zweifel auf, das sportlich hohe Ziel Olympia 2012 zu erreichen?

Wir waren nach der intensiven Vorbereitung im Winter beide davon überzeugt, dass wir bereit sind für die Saison. In der Tat waren wir physisch wohl noch nie auf einem so hohen Level wie dieses Jahr. Nach den ersten Turnieren auf der World Tour kamen wir jedoch nie über einen 17. Platz hinaus bzw. mussten uns (zu) oft bereits in der Qualifikation vom Turnier verabschieden. Wir kamen in eine Art Negativspirale. Uns fehlte das Erfolgserlebnis, um das nötige Vertrauen und die Sicherheit wiederzugewinnen, um eben diese knappen, entscheidenden Spiele zu gewinnen. Nach einem weiteren unglücklichen Turnier Ende Juni in Peking, gab es erste Gespräche untereinander im Team. Jedoch war der Wille stets noch da, um weiterzumachen und wir glaubten an unsere Chance.

Wie geht’s jetzt weiter? Setzt du wieder voll auf Hallenvolleyball oder ist dies nur eine Zwischenstation?

Momentan gibt es noch zu viele Fragezeichen, was meine sportliche Zukunft anbelangt. Dazu sind weitere Gespräche und Abklärungen nötig. Grundsätzlich brennt das Feuer immer noch in mir, um nach London nochmals einen Versuch zu starten. Es wird wohl eine Art Übergangssaison werden, welche ich möglichst optimal nützen möchte, um danach wieder voll bereit zu sein. Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um wieder vorwärts zu kommen.
Der TV Lunkhofen ist mir immer am Herz gelegen. Hier habe ich begonnen mit dem Volleyball und verdanke diesem Verein sehr viel. Deshalb gebe ich auch gerne wieder etwas zurück, wenn ich kann. Nun habe ich die Gelegenheit und werde versuchen die Jungs der ersten Mannschaft so gut wie möglich zu unterstützen, damit wir die Finalrunde erreichen.

Bleibt der Traum von Olympia bestehen oder hast du dieses Ziel nun abgeschrieben?

Für einen Profisportler sind die Olympischen Spiele wohl der grösste und bedeutendste Event überhaupt. Wenn ich die Chance nochmals bekomme, den Olympiatraum zu verwirklichen, möchte ich diese nutzen.

Reicht das Hallentraining, um für den Sand in Form zu bleiben?

Nein ganz sicherlich nicht. Jedenfalls nicht in dem Umfang, wie ich in der Halle engagiert sein werde. Das Athletiktraining beginnt für mich ab Mitte November wieder mit Krafteinheiten und Athletiktrainings. Wenn möglich werde ich zusammen mit den anderen Nationalkader auch wieder die WK’s in Magglingen absolvieren, wo der Fokus voll auf das Training gerichtet ist. Ab Januar/Februar stehen auch wieder Sandeinheiten im Vordergrund.

Du verfügst über eine grosse Erfahrung im Sand aber auch in der Halle. Wie kannst du Lunkhofen mit deinen Fähigkeiten unterstützen?

Hmmm… Ich denke, ich habe in den letzten Jahren viele Erfahrungen gesammelt auf der World Tour, welche mich selbstverständlich geprägt haben und ich vielleicht eine gewisse Sicherheit und Ruhe ausstrahlen kann auf dem Feld. Ich möchte versuchen ein Vorbild zu sein und eben eine Art „Keyplayer“, welcher zu jedem Zeitpunkt das Spielgeschehen unter Kontrolle hat.

Verschiedene Lunki-Spieler waren diesen Sommer bei den Junioren Beachvolleyball Schweizermeisterschaften sehr erfolgreich. Welchen Tipp gibt’s du deinen neuen Teamkollegen auf ihrem weiteren Weg im Sand?

Es hat mich das natürlich sehr gefreut, dass die Lunkis so gut vertreten waren an den Junioren Schweizermeisterschaften.
Ich hoffe für sie, dass sie weiterhin mit viel Ehrgeiz und Engagement dabei bleiben und sich bei den Talent Coaches aufdrängen, dass sie in Zukunft noch besser gefördert werden. Es braucht einfach einen grossen Willen und viel Freude am Sport. Wenn sie bereit sind zu investieren und die Prioritäten richten setzen, kann man selber schon viel erreichen und von der bereits guten Infrastruktur in der Schweiz profitieren. Dazu wünsche ich ihnen viel Erfolg und Mut, damit sie ihre Ziele erreichen!

Unter diesem Link findet ihr noch ein Spiel von Gabathuler-Schnider von Gstaad aus der vergangenen Saision.

Indianertanz zum Sieg?

Lunkhofen startet am Samstag in die neue Saison. Einsiedeln, ein gut bekannter Rivale, gilt es zu schlagen. Bereits vor 2 Wochen in Davos spielten diese Teams gegeneinander. Das Resultat fiel damals mit 1:1 ausgeglichen aus.

Ebenso legendär wie der Gegner sind auch dessen Matchberichte:

Gegen Ende des ersten Satzes konnten die Einsiedler ihre Leistung halten und die Kellerämter machten Fehler um Fehler. Vor allem der Spieler Nummer 8, Gianni Wyler, verhalf dem VBC Einsiedeln am Ende mit gleich 4 Fehlern zum Satzgewinn.

Während den Satzpausen versuchten sich die Aargauer mit einer Art Indianertanz zu motivieren. Doch für den zweiten Satz nützte dies nichts, denn die Innerschwyzer spielten beinahe fehlerfrei auf.

Bleibt zu hoffen, dass uns morgen der Indianertanz zum Sieg bringen wird. Anpfiff ist um 15.00 Uhr in der Sporthalle Einsiedeln. Hopp Möhlin!